Als Working Mom hat man es nicht immer leicht. Man liebt seine Kinder, mag aber auch seinen Job… Und dann ist da die Frage nach der Vereinbarkeit. Oder einfach nur negative Gedanken.

Ob man es nun zugibt oder nicht: Als Working Mom schwingt auch immer das schlechte Gewissen mit, wenn die Arbeit ruft. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich auch nur eine Sekunde überlegen würde, ob ich die Kinder aus der Betreuung herausnehmen soll.

Im Gegenteil, meine Töchter sind wahnsinnig glücklich im Kindergarten und freuen sich schon am Wochenende, dass sie am Montag wieder mit ihren Freunden spielen können.

Bei mir ist es jedoch so, dass ich am Nachmittag arbeite. Das heißt, wenn der Kindergarten vorbei ist, fängt mein Arbeitstagerst an. Die Kinder sind bis zum Abend bei der Tagesmutter. Papa holt sie dort ab, sie kaufen ein, essen, spielen, lesen, die Kinder erzählen vom Tag… während ich im Büro bin. Früher kam ich erst nach Hause, wenn sie schon im Bett waren. Inzwischen sehe ich sie noch kurz, bevor sie schlafen gehen. Aber der Alltag meiner Kinder findet ohne mich “Working Mom” statt.

Es geht auch ohne Mama

Working Mom Papa Kind

Dieser Tagesablauf ist für mich nicht immer leicht. Das Schlimme (oder das Gute?) daran: Meine Kinder haben sich daran gewöhnt, dass Papa für sie da ist. Wie ich mal geschrieben habe: Papa kann das auch alleine! Und die Kinder nehmen in komplett in Beschlag: Papa hier, Papa dort… Wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich manchmal wie ein Eindringling. Die 3 sind völlig in ihrem Ablauf. Oft kriegen die Kinder gar nicht richtig mit, wenn ich abends wieder verfügbar bin. Sie begrüßen mich (manchmal), freuen sich (auch manchmal). Aber dann wird wieder Papa gefragt, ob er vorlesen kann, ob er noch eine Runde UNO spielt, und was sonst noch so anfällt.

Selbst beim Schlafengehen bin ich als Mama nur selten gefragt. Papa muss mit – na gut, und wenn Mama da ist, darf sie auch mitkommen. Wenn nicht, dann eben nicht. Aber wehe, Papa ist abends nicht da!

Das kommt tatsächlich nur selten vor, aber es ist jedes Mal ein Drama. Ich freue mich ganz egoistisch, dass ich sie für mich alleine habe – und die Kinder kriegen die Krise. Als Hanna mit ihren 6 Jahren heulend neben mir stand und nach ihrem Papa verlangte, war ich kurz davor, ihn zu bitten, nach Hause zu kommen und die Kinder noch ins Bett zu bringen.

Situationen wie diese zeigen, wie sehr die Kinder in ihren Alltag verstrickt sind, und wie wichtig ihnen gewohnte Abläufe sind. An einigen Tagen freue ich mich, wenn ich so problemlos abends weggehen kann. An schlechteren Tagen bin ich jedoch traurig, dass die Kinder so leicht auf mich verzichten können. Die Bindung zum Papa ist einfach stärker, weil er öfter da ist und den noch verbleibenden Rest-Alltag mit ihnen gestalten kann.

Auch nachts wird der Papa gerufen, wenn das Trinken leer ist, das Kuscheltuch unauffindbar ist, die Toilette ruft oder doofe Träume gelauert haben. Soll ich mich über ungestörte Nächte freuen? Das war vielleicht am Anfang so, aber inzwischen mache ich mir wirklich Gedanken darüber, wie ich an der Situation etwas ändern kann. Auch wenn ich die beiden morgens in Kindergarten und Schule bringe, bleibt während der Woche einfach noch zu viel Zeit vom Tag übrig, die ich ohne die Kinder verbringe. Und sie ohne mich.

Mache ich mich selbst zur Außenseiterin der Familie, wenn ich diese Arbeitszeiten weiterhin durchziehe? Ich bin sehr nachdenklich. Die Wochenenden sind zwar meist vollgepackt, und dann sind die Kinder auch recht auf mich fixiert. Aber reicht mir das? Working Mom oder nicht, ich weiß, dass die Kinder phasenweise mal mehr auf Papa, mal mehr auf Mama fixiert sind. Trotzdem überdenke ich unser Modell gerade ganz extrem. Bis Papa das nächste Mal abends unterwegs ist, und ich weiß: Mama schafft das auch alleine!

Und wie wuppt ihr euren Alltag?

Working Mom - negative Gedanken

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